Contrast
16. April 2026

Presse-Statement des Deutschen Studierendenwerks zur BAföG-Blockade in der Bundesregierung

  • Das Deutsches Studierendenwerk fordert eine schnelle Einigung zur BAföG-Reform. Laut Vorstandsvorsitzendem Matthias Anbuhl soll die Wohnkostenpauschale zum Wintersemester 2026/2027 von 380 auf 440 Euro steigen.
  • Angesichts steigender Mieten und Lebenshaltungskosten warnt das Studierendenwerk vor zusätzlichen Belastungen für Studierende und appelliert an die Bundesregierung, die Reform rechtzeitig umzusetzen.

Berlin, 16. April 2026.

Presse-Statement des Deutschen Studierendenwerks zur BAföG-Blockade in der Bundesregierung

Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks:

„Hat die Bundesregierung die junge Generation gänzlich aus den Augen verloren? Ist sie drauf und dran, eines ihrer zentralen Versprechen an junge Menschen zu brechen?

Schon der Koalitionsvertrag beschreibt präzise, wie die kommende BAföG-Novelle aussehen soll. Als erstes soll die BAföG-Wohnkostenpauschale von derzeit 380 Euro im Monat zum Wintersemester 2026/2027 auf 440 Euro im Monat erhöht werden. Seit Monaten nun steckt diese Novelle im Bundeskabinett fest, weil sich Forschungsministerin Dorothee Bär und Finanzminister Lars Klingbeil darüber streiten, wie diese Erhöhung von 60 Euro mehr Wohnkostenpauschale für BAföG-geförderte Studierende finanziert werden soll.

Es ist ein Trauerspiel. Für den Agrardiesel, für die Pendlerpauschale, die Mütterrente, bald für einen Tankrabatt stehen Milliarden bereit. Für einen ersten Schritt einer insgesamt moderaten BAföG-Erhöhung nun nichts? Schon die zwei Monate Tankrabatt kosten in diesem Jahr circa 25-mal so viel wie eine höhere Wohnkostenpauschale beim BAföG. Fragwürdiger kann eine politische Prioritätensetzung kaum sein.

Die Regierung muss sich jetzt zusammenraufen und die versprochene BAföG-Reform unbedingt auf den Weg bringen! Sonst bricht sie ein zentrales Versprechen den jungen Menschen gegenüber. Die Reform muss zum Wintersemester 2026/2027 kommen!

Als ein zentrales Ziel ihrer Hightech-Agenda will die Bundesregierung die Fachkräftebasis in Deutschland sichern. Die BAföG-Empfänger*innen von heute sind die Fachkräfte von morgen. Mittel ins BAföG zu investieren, heißt in die Zukunft unseres Landes zu investieren.

Die Studierenden sind genauso von den Preissteigerungen bei Energie, Mieten und Lebensmitteln betroffen, wie beispielsweise Arbeitnehmer*innen. Studierende heizen, essen und trinken nicht weniger, als der Rest der Bevölkerung. Sie sind keine Bürger*innen zweiter Klasse.

Und gerade die hohen Mieten drohen die junge Generation zu erdrücken. Die BAföG-Wohnkostenpauschale ist dramatisch zu niedrig, mit ihr kann man sich kaum ein durchschnittliches WG-Zimmer leisten. Die Preise auf dem Wohnungsmarkt laufen dem BAföG davon. Das zeigen die jüngsten Zahlen des Moses Mendelssohn Instituts.

Mein Appell an Frau Bär und Herrn Klingbeil: Lassen Sie die Studierenden nicht hängen! Finden Sie eine Einigung für das BAföG.“

Diese Pressemitteilung des Deutschen Studierendenwerks (DSW) finden Sie hier online. 

 

zurück
© Studierendenwerk Gießen A.d.ö.R., Otto-Behaghel-Straße 23 – 27, D-35394 Gießen