Berlin, 1. Dezember 2025. Während Gelder von Studierenden 78 Prozent der Einnahmen der gemeinnützigen Studierendenwerke ausmachen, tragen die Bundesländer mit ihren Zuschüssen nicht einmal mehr 10 Prozent bei. Diese Entwicklung kritisiert das Deutsche Studierendenwerk (DSW), der Verband der Studierendenwerke, in einer neuen Publikation.
Der Verband fordert von den Ländern mehr staatliche Unterstützung für die Studierendenwerke, sowohl bei der Finanzierung des laufenden Betriebs wie auch für Investitionen.
Der DSW-Vorstandsvorsitzende Matthias Anbuhl erklärt:
„Die Studierendenwerke ermöglichen mit ihren Leistungen Bildung, Teilhabe und Chancengleichheit. Sie sind das soziale Fundament des deutschen Hochschulsystems. Dieses Fundament droht zu bröckeln, wenn die Länder ihre Studierendenwerke nicht endlich finanziell stärker unterstützen.
Anders als bei den Hochschulen machen die staatlichen Zuschüsse der Länder nicht einmal mehr 10 Prozent des Budgets der Studierendenwerke aus. Im Wesentlichen sind es die Studierenden, die die sozialen Angebote der Studierendenwerke finanzieren, zum einen durch die Umsatzerlöse in den Mensen und Cafeterien sowie Mieteinnahmen in den Studierendenwohnheimen, zum anderen durch ihre Sozial- oder Studierendenwerksbeiträge.
Hinzu kommt: Trotz weiter steigender Kosten sind die staatlichen Zuwendungen an die Studierendenwerke in den vergangenen Jahren nominal kaum gestiegen. Je geringer die staatliche Unterstützung durch die Länder ausfällt, desto mehr sind die Studierendenwerke gezwungen, sich über höhere Mensapreise, höhere Wohnheim-Mieten sowie höhere Studierendenwerksbeiträge zu finanzieren.
Das geht gegen die ‚DNA‘ der Studierendenwerke, und das geht zulasten der Studierenden, deren finanzielle und wirtschaftliche Lage ohnehin schon angespannt ist. Laut Statistischem Bundesamt haben 50 Prozent der Studierenden weniger als 930 Euro im Monat zur Verfügung und leben unter prekären Verhältnissen. Ihr Budget ist auf Kante genäht, und diese Naht droht zu platzen bei weiteren finanziellen Belastungen.
Die Studierendenwerke benötigen dringend mehr staatliche Unterstützung – im Interesse der Studierenden, im Interesse von Teilhabe und Chancengleichheit. Der Zugang zur Hochschulbildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“
Die Studierendenwerke in Zahlen
Versorgung von rund 2,45 Millionen Studierenden an mehr als 200 Hochschulstandorten mit rund 19.000 Mitarbeiter*innen:
„Studierendenwerke im Zahlenspiegel 2024/2025“ zum Download:
https://www.studierendenwerke.de/fileadmin/user_upload/241106_DSW_Zsp2324_web.pdf
Diese Pressemitteilung des Deuschen Studierendenwerks (DSW) finden Sie online unter:
https://www.studierendenwerke.de/beitrag/laender-muessen-die-studierendenwerke-finanziell-staerker-unterstuetzen
| Infografik Leistungen der Studierendenwerke (96.46 KB) |
| Infografik Finanzierung der Studierendenwerke (159.36 KB) |