Das Studierendenwohnheim „Steinkaute“ in Friedberg kann aufgrund des baulichen Zustands nicht dauerhaft wirtschaftlich weiterbetrieben werden. Das Wohnheim des Studierendenwerks Gießen muss daher zum 30. November 2026 geschlossen werden.
Über diese bevorstehende Veränderung hat das Studierendenwerk die 187 betroffenen Mieterinnen und Mieter bereits Anfang der Woche informiert. „Uns ist bewusst, dass die notwendige Schließung für die Bewohnerinnen und Bewohner mit erheblichen Unannehmlichkeiten und organisatorischem Aufwand verbunden ist. Deshalb möchten wir ihnen mit den angebotenen Lösungen eine möglichst verlässliche und sozial verträgliche Perspektive bieten“, betont Ralph Vogtmann, Leiter der Abteilung Wohnen. Für die Studierenden stehen zwei Optionen zur Wahl: „Die Mieterinnen und Mieter können ihren Mietvertrag vorzeitig kündigen, ohne die gesetzliche Kündigungsfrist einhalten zu müssen. Alternativ bieten wir ihnen ab sofort einen Umzug in ein Zimmer in einem unserer Gießener Wohnheime an. Dort entfällt als Ausgleich für den erforderlichen Umzug sechs Monate lang die Grundmiete. In diesem Zeitraum sind lediglich die Betriebskosten des neuen Wohnheims zu zahlen. Nach Ablauf der sechs Monate gilt für das neue Zimmer die reguläre Warmmiete“, so Vogtmann weiter.
Die wesentlichen Mängel betreffen das Wasserleitungssystem. „Die Trinkwasserqualität im Wohnheim wird regelmäßig im Rahmen turnusmäßiger Beprobungen kontrolliert. Um die Qualität und Sicherheit des Trinkwassers auch langfristig sicherzustellen, wäre eine umfassende Erneuerung des Leitungssystems erforderlich“, erklärt Vogtmann.
Neben dem erforderlichen Handlungsbedarf an der Wasserleitung bestehen im Wohnheim weitere Sanierungs- und Modernisierungsbedarfe, die im Interesse einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wohnqualität im Rahmen einer umfassenden Gesamtlösung berücksichtigt werden müssten. „Eine Sanierung der Wasserleitungen allein würde schätzungsweise 6,5 Millionen Euro kosten. Für eine vollständige Sanierung des Wohnheims wären nach derzeitiger Schätzung rund 20 Millionen Euro erforderlich. Gleichzeitig liegt das Wohnheim im Friedberger Stadtteil Fauerbach vergleichsweise weit von den Hochschulstandorten entfernt und bietet damit weniger günstige Voraussetzungen für studentisches Wohnen. Vor diesem Hintergrund und der Möglichkeit, alternativ ein neues Wohnheim an einem für Studierende attraktiveren Standort in Hochschulnähe zu errichten, haben wir die geordnete Schließung des Wohnheims beschlossen“, so Gero Lottermann, Geschäftsführer des Studierendenwerks Gießen.
Geplant ist der Verkauf der Liegenschaft. Die daraus gewonnenen Mittel sollen gezielt für die Schaffung und Bewirtschaftung zeitgemäßen studentischen Wohnraums an geeigneten Standorten eingesetzt werden. Konkrete Verkaufspläne sowie Angaben zu möglichen Käufern und Zeitplänen stehen derzeit noch nicht fest.