Angesichts der weiterhin unklaren Zukunft der im Koalitionsvertrag angekündigten BAföG-Novelle starten der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V., der DGB, das DSW, die GEW und ver.di eine gemeinsame Petition zur Rettung des BAföG.
Die Studierendenwerke unterstützen diese Petition ausdrücklich.
Berlin, 11. Juni 2026. Heute Donnerstag, 11. Juni 2026, berät der Deutsche Bundestag über gleich drei BAföG-Anträge der Parteien Die Linke sowie von Bündnis 90/Die Grünen. Es ist eine namentliche Abstimmung vorgesehen der Bundestagsabgeordneten.
Dazu erklärt Matthias Anbuhl, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Studierendenwerks:
„Die junge Generation braucht endlich die verlässliche Zusage, dass die versprochene BAföG-Reform mit höheren Sätzen und einer deutlichen Vereinfachung kommt. Bei den Studierenden herrscht mittlerweile tiefer Frust über den Zickzack-Kurs der Bundesregierung. Das Budget vieler Studierender ist auf Kante genäht, und diese Naht droht nun zu reißen. Sie sind auf eine BAföG-Erhöhung angewiesen und brauchen eine verlässliche Regierung, die ihnen diese Perspektive bietet.
Würde das BAföG tatsächlich nicht erhöht, wäre das ein fatales Signal an die junge Generation – und eine sozial- wie auch bildungspolitische Bankrotterklärung. Ein Verzicht auf eine BAföG-Erhöhung ist außerdem zukunftsvergessen. Erhöhungen des BAföG sind Investitionen in die Zukunft. Denn die BAföG-geförderten Studierenden von heute sind die Ingenieur*innen, die KI- und IT-Expert*innen, Lehrkräfte und Ärzt*innen von morgen. Auch die Innovationspolitik und die High-Tech-Agenda der Bundesregierung wird man nur mit qualifizierten Fachkräften umsetzen können. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und die Unions-Fraktion sägen an dem Ast, auf dem sie selbst sitzen.
Im Jahr 2024 gab es die letzte BAföG-Erhöhung. Bricht die Koalition nun tatsächlich ihr BAföG-Versprechen, drohen somit sechs Jahre ohne eine Anpassung der Förderung! Angesichts der Preis- und Mietentwicklung in den vergangenen Jahren ist das real eine kräftige Kürzung. Die aktuelle BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro im Monat reicht in kaum einer deutschen Hochschulstadt mehr für ein WG-Zimmer. Die durchschnittliche Miete dafür beträgt 512 Euro – in München, der teuersten Hochschulstadt, liegt sei bei mehr als 800 Euro im Monat. Der BAföG-Grundbedarf hinkt seit Jahrzehnten der Preisentwicklung hinterher und liegt unter dem Grundbedarf der Grundsicherung. Studierende sind aber keine Bürger*innen zweiter Klasse; sie essen, trinken oder heizen nicht weniger.
Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele Studierende die BAföG-Debatten im Bundestag verfolgen. Sie können live hören, wie viel dieser Bundesregierung junge Menschen und Chancengleichheit wert sind.“
Das Deutsche Studierendenwerk unterstützt gemeinsam mit dem freien zusammenschluss von student*innenschaften und Gewerkschaften die neue Online-Petition „Versprochen ist versprochen - BAföG jetzt retten!“: